Einmal im Jahr nehme ich mir zwei bis drei Tage Zeit, um an meiner Strategie zu arbeiten. Das ist ein Luxus, den man sich nicht häufig gönnt, vor allem als Unternehmer. Für mich ist diese Zeit eine sehr wichtige, denn ich gehe einen Schritt zurück, betrachte mein Unternehmen von außen und versuche, mir klar zu werden, wo ich hin will. Ist der aktuelle Weg immer noch der richtige? Kann ich meine neuen Ideen umsetzen? Brauche ich neuen Input von außen? 

Auch wenn jedes Managementbuch predigt: arbeite nicht im Unternehmen, sondern AM Unternehmen, so ist es doch im Alltag fast unmöglich, diesen Rat zu beherzigen. Ich finde im Büroalltag leider sehr selten die Zeit, über diese wirklich wichtigen Dinge nachzudenken und meine Gedanken dann auch zu sortieren.

 

Ab nach Lüneburg – die Strategie ruft!

 

Nun war es Ende Oktober wieder soweit. Ich habe mir zwei Tage Auszeit genommen, um an meinen strategischen Zielen zu arbeiten. Hierfür brauche ich nicht nur Platz im Kopf, sondern auch räumliche Veränderung, weshalb ich, wenn möglich, Hannover den Rücken zukehre. Ich liebe diese grüne Stadt, mein Zuhause, meine Familie, mein Büro. Doch wenn ich mich um diese Themen kümmern will, brauche ich den Abstand vom Alltag von meiner Familie und vom Gewohnten. Wieder fiel meine Wahl auf Lüneburg. Eine inspirierende Stadt, die mich schon einmal bei dieser wichtigen Arbeit unterstützt hat. Dort kann man wunderbar spazieren gehen und die Gedanken schweifen lassen, wenn man auf dem Flip-Chart Papier gerade nicht weiterkommt.

 

Einzeltraining – Workshop mit mir selbst!

 

Wenn man so will, mache ich also einen Strategie-Workshop mit mir selbst. Erzähle ich anderen Menschen – meist Angestellten – davon, wird diese Idee belächelt. Das stört mich nicht weiter, da ich weiß, dass es mich und mein Unternehmen weiter bringt. Erzähle ich anderen Unternehmern davon, ernte ich oft Bewunderung für die Eigeninitiative. Als Solo-Unternehmerin bin ich es gewohnt, allein zu kämpfen. Die Kraft für Entscheidungen, Rückschläge und immer wieder neue Ideen müssen aus mir selbst kommen. Das weiß ich genau und hierzu bin ich auch bereit, schon seit über 5 Jahren! Niemand kennt das eigene Unternehmen so gut, wie der Gründer selbst. Also warum sollte man sich immer von anderen „lenken“ lassen? Ich habe gar nichts gegen Berater und Coaches. Ganz im Gegenteil. Ich habe schon viele Gespräche mit meiner Beraterin aus Gründungstagen geführt. Nach einem solchen Workshop erzähle ich ihr auch von meinem neuen Erkenntnissen. Ihre Tipps sind dann immer sehr wertvoll, aber über meinen Weg habe ich dann bereits entschieden.

 

Vorbereitung ist alles

 

Für meinen kleinen Privat-Workshop miete ich mir also Anfang Oktober ein Hotelzimmer in Lüneburg. Ein schönes Hotel, mit Sauna und Innenstadtlage. Für diese große Aufgabe brauche ich neben Konzentration und Kraft auch Entspannung und guten Kaffee an einem netten Ort. Nur wer sich wohl fühlt, kann auch Gutes hervorbringen.

Im Büro oder wo auch immer mich inspirierende Dinge „anspringen“, sammle ich schon im Vorfeld Informationen, Artikel, Links, Ideen oder Gedankenfetzen. Alles wird gesammelt in meiner Strategiemappe. Ich will in diesen zwei Tagen keine Zeit verlieren mit Recherche oder Lektüre. Die Themen sind zwar noch nicht geordnet und die Ideen oft nur auf Schmierzetteln notiert, aber ein Großteil der Vorbereitung ist erfolgt um möglichst schnell zu starten. Ganz wichtig ist für mich persönlich auch das Flipchart-Papier. Das fühlt sich nicht nur sehr professionell an, schließlich soll es ja ein Workshop sein und kein Schreibtisch-Tag, sondern gibt mir auch die Möglichkeit, meine Gedanken im ganzen Raum zu verteilen. Denn mein Papier kommt an jede freie Hotelzimmerwand 🙂

Wenn ich mich dann mit genügend Essen und Getränken eingedeckt habe und meine Flipchart-Bögen hängen, kann es losgehen…. 

 

Hier findest Du den 2. Teil dieses Blogbeitrags.